"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende fordern sichere Räume für Frauen
Sebastian Voigt"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende fordern sichere Räume für Frauen
Mehr als 2.000 Menschen zogen am Vorabend des 1. Mai durch Berlin-Kreuzberg, um an der jährlichen Frauendemonstration teilzunehmen. Die Kundgebung unter dem Motto "Reclaim the Night" versammelte nach Polizeischätzungen etwa 2.600 Teilnehmerinnen. Die Stimmung war angespannt, da die Demonstrierenden ihren Unmut über Belästigung und strukturelle Ungleichheit zum Ausdruck brachten.
Die Demonstration startete am Kottbusser Damm und zog in Richtung Köpenicker Straße. Die Veranstalter beendeten die Kundgebung etwa zehn Minuten früher als geplant. Entlang der Route kam es zu vier Fällen von Sachbeschädigung, bei denen private Autos und Polizeifahrzeuge betroffen waren.
Es wurden Feuerwerkskörper gezündet, und in vereinzelten Auseinandersetzungen flogen Gegenstände in Richtung der Beamten. Eine Person wurde festgenommen, weil sie eine Polizistin verbal beleidigt hatte. Unterdessen betonten die Teilnehmerinnen, dass sie rassistische, queerenfeindliche und frauenverachtende Gewalt nicht länger hinnehmen wollten und sich die öffentlichen Räume zurückerobern würden.
Die Polizei war mit einem starken Aufgebot präsent: Rund 1.800 Beamte waren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen waren auch eine Reaktion darauf, dass sowohl der 1. Mai als auch die Walpurgisnacht in Berlin häufig von Ausschreitungen begleitet werden.
Die Kundgebung endete zwar früher als vorgesehen, doch ihre Botschaft blieb unmissverständlich: Die Demonstrierenden forderten konkrete Maßnahmen gegen strukturelle Diskriminierung und Belästigung im öffentlichen Raum. Die Behörden werden die Vorfälle von Sachbeschädigung und die Zusammenstöße voraussichtlich im Rahmen ihrer Nachbereitung auswerten.






