Portugal zieht Lehren aus historischem Blackout – diese Maßnahmen sollen künftige Stromausfälle verhindern
Sebastian VoigtPortugal zieht Lehren aus historischem Blackout – diese Maßnahmen sollen künftige Stromausfälle verhindern
Portugals Energieministerin stellt Bericht zu historischem Stromausfall vor
Portugals Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, präsentierte am Montag einen Bericht zum großflächigen Stromausfall, der das Land am 28. April 2025 lahmlegte. Die von einer Fachgruppe durchgeführte Untersuchung soll künftige Stromausfälle verhindern und die Netzstabilität erhöhen.
Der Blackout führte zur Einsetzung der Technischen Überwachungsgruppe (GAT), die den Vorfall analysieren und Modernisierungsvorschläge erarbeiten sollte. Ihre Ergebnisse betonen die Notwendigkeit besserer digitaler Werkzeuge, darunter die Einführung sogenannter "digitaler Zwillinge" – virtueller Modelle, die das Stromnetz simulieren und effizienter steuern sollen.
Carvalho bezeichnete das Stromnetz als hochkomplexes System, dessen Optimierung wissenschaftlich fundierte Analysen erfordere. Einige Empfehlungen wurden bereits umgesetzt, etwa die Veröffentlichung technischer Netzdaten. Zudem beschafft der Netzbetreiber REN (Rede Elétrica Nacional) einen Synchrongenerator, um Spannungsschwankungen auszugleichen – ein zentrales Problem des Vorfalls im vergangenen Jahr.
Die Ministerin kündigte außerdem strengere Autonomievorschriften für Notstromaggregate an kritischen Standorten an. Diese Maßnahmen fließen in das PTRR-Programm ein, das am Dienstag in Lissabon vorgestellt wird. Zur Entschädigung der Betroffenen erklärte Carvalho, dass Verbraucher ihre Ansprüche selbst geltend machen müssten, da die Regierung keine pauschalen Erstattungen vornehme. Sollte der Blackout jedoch offiziell als "außergewöhnliches Ereignis" eingestuft werden, könnten Haushalte und Unternehmen Rückerstattungen für nicht gelieferten Strom erhalten.
Der Bericht markiert einen wichtigen Schritt zur Stärkung der portugiesischen Energieinfrastruktur. Mit neuen digitalen Systemen, Spannungsregelungsinstrumenten und aktualisierten Notfallvorkehrungen wollen die Behörden das Risiko künftiger Ausfälle verringern. Betroffene, die Entschädigung beantragen, müssen dabei die offiziellen Verfahren beachten – abhängig von der endgültigen Einstufung des Vorfalls.






