Portugal vor zweitem Generalstreik: Werden die Arbeitsmarktreformen den Ausstand verhindern?
Finn WolfPortugal vor zweitem Generalstreik: Werden die Arbeitsmarktreformen den Ausstand verhindern?
Portugal steht am 3. Juni vor einem zweiten Generalstreik wegen der von der Regierung geplanten Arbeitsmarktreformen. Ministerpräsident Luís Montenegro weigert sich, die Änderungen zurückzuziehen, während die Gewerkschaften deren vollständige Streichung fordern. Nun hängt alles davon ab, ob Verhandlungen den Ausstand noch abwenden können.
Die Gewerkschaftsbund CGTP hat angekündigt, den Streik durchzuführen, sollte die Regierung ihr Reformpaket nicht fallen lassen. Generalsekretär Tiago Oliveira betonte, man sei bereit, die Aktion abzublasen, falls die Behörden die Vorhaben zurücknähmen und in Gespräche einträten. Unterdessen wird die Gewerkschaft UGT erst nach der Sitzung des Rates für Sozialen Dialog am 7. Mai entscheiden, ob sie sich dem Streik anschließt – dann soll geprüft werden, ob noch Einigungen möglich sind.
Paulo Raimundo, Vorsitzender der Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP), forderte die Regierung auf, vor dem Streiktermin nachzugeben. Die Reformen müssen zunächst das Parlament passieren, bevor sie Präsident Marcelo Rebelo de Sousa zur finalen Unterzeichnung vorgelegt werden. Bei einem Besuch der Messe Ovibeja lehnte der Präsident eine Stellungnahme zu den Plänen ab, erklärte später jedoch in einer Erklärung, er werde die Anliegen der Arbeitnehmer „niemals ignorieren“.
Montenegros Regierung bleibt hart und besteht darauf, die Reformen wie geplant umzusetzen. Angesichts der eskalierenden Spannungen hängt der Ausgang nun davon ab, ob bis zum 3. Juni eine Einigung gelingt, die die Blockade durchbricht.
Das Schicksal des Streiks liegt in den Händen der Regierung: Wird bis zum 7. Mai kein Kompromiss gefunden, wird die CGTP ihre Arbeitsniederlegung durchziehen – möglicherweise unterstützt von der UGT. Die endgültige Entscheidung des Präsidenten über die Reformen folgt zwar erst nach der parlamentarischen Abstimmung, doch seine Haltung zu Arbeitnehmerrechten könnte den Prozess beeinflussen.






