15 May 2026, 08:44

Peru streicht Femizide aus dem Strafgesetzbuch – Proteste flammen auf

Eine Frau in einem weißen Sari hält ein Mikrofon, während sie zwischen einer Gruppe von Menschen im Freien steht, mit einem Metallzaun, Topfpflanzen, einem Gebäude mit Fenstern, einem Baum und dem Himmel im Hintergrund.

Peru streicht Femizide aus dem Strafgesetzbuch – Proteste flammen auf

Ein umstrittenes Gesetzesvorhaben in Peru zielt darauf ab, Femizide aus dem Strafgesetzbuch des Landes zu streichen. Der von der evangelikalen Pastorin und Abgeordneten Milagros Jáuregui vorangetriebene Entwurf hat landesweite Proteste feministischer Gruppen ausgelöst. Demonstrantinnen versammelten sich vor dem Justizpalast, um gegen das zu protestieren, was sie als schweren Rückschlag für die Frauenrechte betrachten.

Jáureguis Gesetzentwurf schlägt vor, den Begriff Femizid durch Partnertötung zu ersetzen – mit der Begründung, die aktuelle Einstufung sei ideologisch geprägt. Nach ihrem Plan sollten solche Verbrechen künftig als einfache oder schwerwiegende Tötungsdelikte geahndet werden. Kritiker warnen jedoch, dass dies den rechtlichen Schutz für Frauen schwächen würde.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Allein am ersten Tag des Jahres 2026 waren in Peru bereits 42 Femizide registriert worden. Im Vorjahr gab es 133 Fälle – im Schnitt elf pro Monat. Diese Zahlen haben die öffentliche Empörung über die geplanten Änderungen weiter angeheizt.

Bei der Kundgebung hielten Dutzende Frauen von Organisationen wie Manuela Ramos und Flora Tristán eine Mahnwache ab. Rufe wie „Das ist kein Mord, das ist Femizid“ und „Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Demokratie“ hallten durch die Luft. Aydeé Suárez, Mutter der Femizid-Opfers Teresa Villafuerte, verurteilte den Entwurf als „abscheulich, grausam, retraumatisierend und gewalttätig“.

Auch die Exekutivsekretärin der Nationalen Koordinatorin für Menschenrechte meldete sich zu Wort. Sie bezeichnete den Gesetzesvorstoß als ernsthafte Bedrohung für die Fortschritte im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Der Entwurf wird weiterhin debattiert, doch der Widerstand wächst. Sollte er verabschiedet werden, würden Femizid-Fälle unter die allgemeinen Tötungsdelikte fallen. Protestierende und Menschenrechtsorganisationen betonen, dass dies Opfer und ihre Angehörigen rechtloser zurücklassen würde.

Lesen Sie auch:

Quelle