27 April 2026, 04:03

Minijobs als Sackgasse: Immer weniger schaffen den Sprung in stabile Jobs

Liniengraph, der die Trends im Zeitverlauf für die Gesamtzahl der Arbeitslosen, Stellenangebote und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Minijobs als Sackgasse: Immer weniger schaffen den Sprung in stabile Jobs

Ein Streit über die Wirksamkeit des deutschen Minijob-Systems bei der Unterstützung von Arbeitnehmern auf dem Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse ist entbrannt. Jan Feser, AfD-Abgeordneter im Bundestag, warf der Bundesagentur für Arbeit vor, die Langzeitarbeitslosigkeit nicht ausreichend zu senken. Zudem behauptete er, Minijobs – also geringfügige, niedrig bezahlte Teilzeitstellen – würden zunehmend als dauerhafte Beschäftigungsform ausgenutzt statt als Sprungbrett in bessere Jobs.

Noch im Jahr 2017 schien das System erfolgreicher: Damals gelang 102.084 Minijob-Kräften der Wechsel in sozialversicherungspflichtige Stellen. Unter den Beziehern von ergänzenden Sozialleistungen fanden 27,1 Prozent eine reguläre Anstellung.

Doch bis September 2022 gingen die Zahlen deutlich zurück. Nur noch 50.831 Minijob-Beschäftigte schafften den Übergang in versicherungspflichtige Jobs – hochgerechnet auf ein Jahresergebnis von etwa 67.775. Auch der Anteil der Sozialleistungsempfänger, die eine reguläre Arbeit aufnahmen, sank auf 18,6 Prozent.

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Die Bundesagentur für Arbeit verteidigte ihre Bilanz und machte schwache Arbeitsmarktbedingungen für den Rückgang verantwortlich. Hülya Düber, CSU-Bundestagsabgeordnete, verwies hingegen auf strukturelle Mängel. Sie argumentierte, dass fehlende finanzielle Anreize viele Arbeitnehmer schlechterstellten, wenn sie mehr Stunden arbeiteten oder besser bezahlte Jobs annahmen. "Arbeit lohnt sich einfach nicht" in zu vielen Fällen, betonte sie.

Die Debatte zeigt eine wachsende Kluft zwischen den Zielen des Systems und den tatsächlichen Ergebnissen. Im Vergleich zu vor fünf Jahren schaffen es immer weniger Minijob-Kräfte in stabile Beschäftigung. Kritiker fordern Reformen, um sicherzustellen, dass mehr Arbeit auch tatsächlich zu größerer finanzieller Sicherheit führt.

Quelle