03 May 2026, 09:02

Mindestlohn-Protest auf den Philippinen eskaliert gegen staatliche Ungerechtigkeit

Plakat mit zwei Personen vor einem Gebirgs- und Baumhintergrund mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Mindestlohn-Protest auf den Philippinen eskaliert gegen staatliche Ungerechtigkeit

Am 1. Mai 2026 unterzeichnete Wennie Sancho, Generalsekretär der Arbeiterorganisation Gawa, im Namen von Hunderttausenden Mindestlohnbeziehern in Western Visayas und der Negros-Inselregion eine Protestnote. Die Aktion erfolgte vor dem Hintergrund der Forderungen von Arbeitnehmern nach fairer Behandlung und finanzieller Unterstützung angesichts steigender Lebenshaltungskosten, die ihre Einkommen zunehmend auffressen.

Der Protest rückt die wachsende Kluft zwischen dem offiziellen Mindesttagelohn von 550 Philippinischen Peso (P) in Western Visayas und dessen realem Wert von nur noch 412,50 P nach Inflation in den Fokus. Explodierende Energiepreise, gestiegene Transportkosten und teurere Lebensmittel haben die Kaufkraft der Arbeitnehmer stark geschmälert – viele kämpfen mittlerweile um die Deckung grundlegender Bedürfnisse.

Sancho kritisierte, dass Mindestlohnempfänger von staatlichen Hilfsmaßnahmen ausgeschlossen werden – etwa von den gezielten Subventionen und Geldleistungen, die andere Bevölkerungsgruppen 2025–2026 erhielten. Dies sei ungerecht und verfassungswidrig, da der Grundsatz des gleichen Schutzes gemäß der Verfassung von 1987 verletzt werde, wenn eine Gruppe Unterstützung erhalte, während eine andere, gleichermaßen von der Inflation betroffene Gruppe leer ausgehe.

Der Gewerkschaftsführer wandte sich zudem gegen die Argumentation der Regierung, wonach „Beschäftigung“ als Begründung für die Verweigerung von Hilfen diene. Dies sei ein unzureichendes Kriterium für wirtschaftliche Absicherung. Wenn der Mindestlohn nicht einmal mehr die Grundkosten decke, dürfe eine formelle Anstellung Arbeitnehmer nicht von Unterstützung ausschließen, so Sancho. Solche Politiken trieben Menschen vielmehr in die informelle Wirtschaft und Schattenarbeit.

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Gawa fordert nun die sofortige Aufnahme aller privat beschäftigten Mindestlohnbezieher in laufende und künftige Ayuda-Programme – rückwirkend ab dem ersten Quartal 2026. Sancho warnte, der Protest sei erst der Anfang: Weitere rechtliche und administrative Schritte auf Basis bestehender Arbeitsgesetze seien geplant.

Der Protest setzt die Regierung unter Druck, dem Lohnverfall mit konkreten Maßnahmen zu begegnen – und nicht nur mit Lippenbekenntnissen. Ohne Eingreifen droht Arbeitnehmern in Western Visayas und der Negros-Inselregion trotz formaler Beschäftigung anhaltende finanzielle Not. Das Ergebnis dieses Konflikts könnte wegweisend dafür werden, wie inflationsgeplagte Arbeitnehmer in zukünftigen Hilfsprogrammen unterstützt werden.

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