Mexikos Kampf gegen Kraftstoffdiebstahl zeigt erste Erfolge – doch die Kartelle passen sich an
Julian HartmannMexikos Kampf gegen Kraftstoffdiebstahl zeigt erste Erfolge – doch die Kartelle passen sich an
Kraftstoffdiebstahl in Mexiko geht um 30 Prozent zurück
Im ersten Quartal 2026 ist der Kraftstoffdiebstahl in Mexiko im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent gesunken. Trotz dieses Rückgangs beliefen sich die finanziellen Verluste durch Diebstahl dennoch auf 3,812 Milliarden Pesos – umgerechnet etwa 220 Millionen US-Dollar. Der Rückgang folgt auf Regierungsmaßnahmen zur Bekämpfung von Pipeline-Anzapfungen und Steuerbetrug, die Anfang 2025 eingeleitet wurden.
Laut Angaben des staatlichen Ölkonzerns Pemex, der unter der Führung von Víctor Rodríguez Padilla steht, verlagern sich die Methoden der Kriminellen zunehmend: Statt sich ausschließlich auf das Anbohren von Pipelines zu konzentrieren, setzen sie vermehrt auf Dokumentenfälschung und manipulierte Rechnungen. Experten sehen in dieser Anpassung der Taktiken eine große Herausforderung.
Unter der Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum wurden Fortschritte bei der Sicherheit verzeichnet. Der Energieexperte Luis Miguel Labardini verwies auf verbesserte Sicherheitskennzahlen in den letzten Monaten. Marcial Díaz Ibarra, Berater bei QUA Energy, warnte jedoch, dass noch erhebliche Hürden überwunden werden müssen, um den Kraftstoffdiebstahl vollständig zu stoppen.
Pemex wies zudem auf die Verbindung zwischen Kraftstoffkriminalität und den Aktivitäten von Drogenkartellen sowie deren Verbündeten hin. Gleichzeitig bleibt der tägliche Kraftstoffverbrauch in Mexiko hoch: Über 126 Millionen Liter Normalbenzin, 25 Millionen Liter Premiumkraftstoff und 65 Millionen Liter Diesel werden täglich verbraucht.
Miriam Grunstein, Forscherin am Mexico Center der Rice University, hinterfragte die Klarheit der langfristigen Sicherheitsstrategie der Regierung. Zwar sei der Rückgang beim Diebstahl erfreulich, doch bleibe ungewiss, wie dieser Erfolg nachhaltig gesichert werden solle.
Der Rückgang um 30 Prozent stellt zwar eine spürbare Verbesserung gegenüber den Vorjahren dar. Angesichts der weiterhin hohen Verluste von über 220 Millionen Dollar und der Anpassungsfähigkeit krimineller Gruppen bleibt der Kampf gegen den Kraftstoffdiebstahl jedoch eine anhaltende Herausforderung. Pemex und die Regierung stehen weiterhin unter Druck, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken und weitere finanzielle Schäden zu verhindern.






