30 March 2026, 10:03

Massendemonstrationen in Bonn und Köln fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Straße und hält ein Banner mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine dich widerstehe Feministin", mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massendemonstrationen in Bonn und Köln fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt

Hunderte Demonstranten versammelten sich am Sonntag in der Bonner Innenstadt, um stärkere Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt zu fordern. Die Kundgebung folgte einem größeren Marsch in Köln am Vortag, an dem über 5.000 Menschen teilgenommen hatten. Beide Veranstaltungen waren eine Reaktion auf die wachsende öffentliche Empörung nach einer Der-Spiegel-Untersuchung, die Vorwürfe digitaler Misshandlung gegen die Schauspielerin Collien Fernandes durch ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, aufgedeckt hatte.

Die Bonner Demonstration wurde von einem breiten Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Über 500 Menschen füllten den Marktplatz vor dem alten Rathaus und hielten Schilder mit Aufschriften wie "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers Song "Girls Just Wanna Have Fun". Redner forderten Männer auf, sich aktiv gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen und Verantwortung für die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen zu übernehmen.

Die Proteste in Bonn und Köln spiegelten die tiefe Besorgnis in der Rheinregion über das Thema wider. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen. Die Demonstrationen folgten zudem den Enthüllungen des Spiegel über den Fall Fernandes, in dem Vorwürfe digitaler Überwachung und Belästigung detailliert beschrieben wurden.

Als Reaktion auf die öffentliche Empörung arbeitet die Bundesregierung nun an neuen Gesetzesentwürfen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) koordiniert Reformen, die unter anderem elektronische Fußfesseln für gewalttätige Ex-Partner, die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher Intimbilder und Deepfakes sowie ein Verbot der unbefugten Installation von Spionagesoftware vorsehen. Die Vorschläge werden derzeit im Kabinett beraten.

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Die Proteste in Bonn und Köln erhöhen den Druck auf die Politik, den Schutz vor sexualisierter und digitaler Gewalt zu verstärken. Sollten die geplanten Reformen verabschiedet werden, würden sie schärfere Strafen und eine strengere Überwachung von Tätern einführen. Unterdessen fordern Aktivisten weiterhin einen gesellschaftlichen Wandel, um die Ursachen solcher Gewalt zu bekämpfen.

Quelle