Machtkampf in Portugals PS: Warum eine Kandidatenliste für Zündstoff sorgt
Charlotte RichterMachtkampf in Portugals PS: Warum eine Kandidatenliste für Zündstoff sorgt
In der portugiesischen Sozialistischen Partei (PS) ist ein Streit über die Ablehnung einer alternativen Kandidatenliste auf ihrem jüngsten Parteitag ausgebrochen. Die von Ricardo Gonçalves vorgeschlagene Liste wurde abgelehnt, was zu Protesten von 40 Parteimitgliedern führte, die die Entscheidung als ungerechtfertigt bezeichnen.
Der Konflikt begann, als die PS-Führung Gonçalves' Liste mit der Begründung zurückwies, sie enthalte zu wenige Namen. Offizielle Vertreter argumentierten, es seien lediglich sieben Kandidaten eingereicht worden – zu wenig, um die parteiinternen Vorgaben zu erfüllen. Die Herausforderer hingegen bestanden darauf, ihre Liste umfasse 251 Kandidaten und 48 Unterstützer und liege damit deutlich über der geforderten Mindestzahl.
Die Gruppe der 40 Mitglieder legte formell Widerspruch gegen die Ablehnung ein und stellte die Transparenz des Verfahrens infrage. Zudem warf sie der einzig zugelassenen Liste vor, mehrere Unregelmäßigkeiten zu enthalten, darunter Verstöße gegen das Verbot der Stimmenhäufung.
Die Parteistatuten verlangen eine klare und regelkonforme Einreichung, doch nun dreht sich der Streit darum, ob die ursprüngliche Bewertung sachlich korrekt oder politisch motiviert war.
Die Zurückweisung von Gonçalves' Liste hat die Spaltungen innerhalb der PS weiter vertieft. Angesichts der Vorwürfe von Verfahrensmängeln und widersprüchlicher Angaben zu den Kandidatenzahlen steht die Partei nun unter Druck, die Angelegenheit zu klären. Eine endgültige Entscheidung über die Gültigkeit der Liste steht noch aus.






