08 May 2026, 11:02

Krisenbonus scheitert: Länder blockieren 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer

Deutsche 100-Pfennig-Banknote mit Porträt eines Mannes auf schwarzem Hintergrund

Krisenbonus scheitert: Länder blockieren 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer

Bundespolitisch umstritten: Krisenbonus scheitert am Widerstand der Länder

Der von der Bundesregierung geplante Krisenbonus stößt bei den meisten Bundesländern auf scharfe Kritik. Die Initiative, die es Arbeitgebern ermöglichen sollte, ihren Beschäftigten bis Mitte 2027 eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zu zahlen, wird vor allem wegen ihrer finanziellen Folgen abgelehnt. Die Länder werfen der Bundesregierung vor, das Vorhaben sei ungerecht und unzureichend finanziert.

Der Krisenbonus sollte Arbeitnehmern mit einer einmaligen, steuer- und abgabenfreien Zahlung unter die Arme greifen. Doch der Bundesrat, der die Interessen der 16 Bundesländer vertritt, lehnte den Vorschlag mit großer Mehrheit ab. Kritiker bemängeln, die Prämie komme nur einer kleinen Gruppe von Beschäftigten zugute, während sie gleichzeitig erhebliche Haushaltslücken reiße.

„Berlin ignoriert die Länder“

Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, warf der Bundesregierung vor, Gesetze ohne ausreichende Finanzierung durchzudrücken. Zudem kritisierte er, dass Berlin Vorschläge des Bundesrats zur Entlastung der Haushalte ignoriert habe. Kretschmann ging noch einen Schritt weiter und forderte eine grundlegende Reform des föderalen Systems, um künftige Konflikte dieser Art zu vermeiden.

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnete den Bonus als „ungerecht“. Ihrer Ansicht nach profitierten davon vor allem wenige Beschäftigte, während Kommunen und Länder die Kosten tragen müssten. Die Bundesregierung hatte bereits eine Forderung nach Ausgleichszahlungen für die geschätzten 700 Millionen Euro Mindereinnahmen der Länder abgelehnt.

Milliardenlücke belastet die Länder – Vermittlungsausschuss als letzte Option

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Da zwei Drittel der erwarteten Mindereinnahmen von 2,8 Milliarden Euro auf die Länder entfallen, könnte die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss anrufen. Dieses Gremium soll versuchen, einen Kompromiss zwischen Berlin und dem Bundesrat zu finden, bevor das Vorhaben weiterverfolgt wird.

Nach der Ablehnung durch den Bundesrat hängt der Krisenbonus weiterhin in der Schwebe. Sollte keine Einigung zustande kommen, müsste die Bundesregierung den Plan überarbeiten – oder ihn ganz begraben. Der Streit offenbart einmal mehr die anhaltenden Spannungen zwischen Bund und Ländern bei der Frage der Finanzverantwortung.

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