Kongresspartei in Kerala ringt um Nachfolger für Pinarayi Vijayan nach Wahlsieg
Sebastian VoigtKongresspartei in Kerala ringt um Nachfolger für Pinarayi Vijayan nach Wahlsieg
Die Kongresspartei in Kerala hat sich noch nicht darauf festlegen können, wer Pinarayi Vijayan als Ministerpräsident ersetzen soll – trotz eines klaren Wahlsiegs. Vier Tage nach Bekanntgabe der Ergebnisse verzögern interne Uneinigkeiten und Machtkämpfe die Bekanntgabe einer Entscheidung.
Das von der Kongresspartei geführte Bündnis United Democratic Front (UDF) errang am 4. Mai 2023 einen deutlichen Sieg bei den Wahlen in Kerala. Doch die Partei hat es bisher versäumt, einen Nachfolger für den scheidenden Regierungschef zu benennen.
VD Satheesan, der den Wahlkampf maßgeblich prägte und einen Erdrutschsieg vorhersagte, gilt als aussichtsreichster Kandidat. Doch auch KC Venugopal hat sich als Anwärter positioniert, was zu Spannungen innerhalb der Partei führt. Seine mögliche Ernennung würde ihn zwingen, sein Mandat im Lok Sabha (Unterhaus des indischen Parlaments) niederzulegen – und damit eine Nachwahl auslösen, ein Schritt, der politische Risiken birgt.
Die von der Parteiführung der Kongresspartei entsandten Beobachter Mukul Wasnik und Ajay Maken trafen sich mit den neu gewählten Abgeordneten und Koalitionspartnern, verließen Kerala jedoch ohne eine endgültige Entscheidung. Die Verzögerung ist auf rivalisierende Flügel innerhalb der Partei zurückzuführen, die jeweils um Einfluss ringen. Kritiker werfen der Kongresspartei vor, sie habe eine Vorgeschichte darin, die öffentliche Stimmung und interne Demokratie zu ignorieren – wie bereits bei früheren Personalentscheidungen in Karnataka und Rajasthan zu beobachten war.
Nun steht die Partei unter Druck, sowohl dem Wählerauftrag Keralas gerecht zu werden als auch die internen Gräben zu überbrücken. Eine Entscheidung steht weiterhin aus und lässt den Bundesstaat in Ungewissheit zurück, während die Partei ihre Optionen abwägt. Das Ergebnis wird nicht nur über die neue Führung entscheiden, sondern auch über die politische Stabilität der Partei in der Region.






