23 April 2026, 14:07

"Kein Körper passt" feiert rauschende Theaterpremiere in Berlin

Ein farbenfrohes illustriertes Zeitachsen-Diagramm, das die Phasen des Lebens von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter darstellt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

"Kein Körper passt" feiert rauschende Theaterpremiere in Berlin

Die Bühnenfassung von Kein Körper passt feiert Premiere vor ausverkauftem Haus im Berliner Vaganten Bühne

Die Theateradaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Debütroman Kein Körper passt hat in der Berliner Vaganten Bühne mit ausverkauftem Saal Premiere gefeiert. Das Stück erzählt eine zutiefst persönliche Geschichte über Identität, Erinnerung und die Suche nach Zugehörigkeit in einem genderfluidem Körper. Auf der Bühne entfaltet sich die Erzählung durch eine eindringliche Mischung aus Bewegung, Erinnerung und roher Emotionalität.

Kim de l'Horizon sorgte 2022 erstmals für Furore, als Kein Körper passt sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Der Roman – und nun das Theaterstück – begleitet Kim auf ihrer Reise durch einen Körper, der sich einfachen Definitionen entzieht. Ihre Erkundung beginnt, als die Demenz ihrer Großmutter sie zurück in die Kindheit in einem Schweizer Vorort zieht.

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Die Bühne bringt diese Reise mit kühnen Bildern zum Leben: Zerrissene beige Strumpfhosen hängen von der Decke, gefüllt mit Sand und Bällen, und schwingen wie ungelöste Fragen. Kims Geschichte bewegt sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart – vom sicheren Hort einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater gepflanzt hat, bis ins Chaos von Sex und Nachtleben, geleitet von der Dating-App Grindr. Unterwegs gräbt Kim in der Geschichte des Baumes und der eigenen mütterlichen Blutlinie, verwandelt Scham in etwas wie Akzeptanz.

Auf der Bühne ist Kim nicht eine, sondern drei Personen. Die Schauspieler Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger teilen sich die Rolle und verkörpern jeweils eine andere Facette der Erzählstimme. Ihre Darstellung spiegelt die Weigerung des Romans wider, sich in binäre Kategorien pressen zu lassen – ein Selbst, das sich nicht festlegen lässt und es auch nicht will.

Die Premiere markiert einen weiteren Meilenstein für ein Buch, das die Debatten über Geschlecht und Erinnerung bereits neu geprägt hat. Mit der ausverkauften Spielzeit in der Vaganten Bühne führt das Stück Kims Mission fort: Schweigen zu brechen und den Körper als Ort der Macht zurückzuerobern. Die Bühnenadaption sorgt dafür, dass diese Geschichte in ihrer kompromisslosen Komplexität noch mehr Menschen erreicht.

Quelle