04 May 2026, 16:43

Kathmandu räumt Flussufer-Siedlungen – 25.000 Menschen betroffen

Zusammengebrochenes Gebäude mit einem großen Loch im Boden, umgeben von Schutt, und ein sichtbares Rohr auf der linken Seite, das Erdbebenschäden anzeigt.

Kathmandu räumt Flussufer-Siedlungen – 25.000 Menschen betroffen

In Kathmandu haben die Behörden damit begonnen, informelle Siedlungen entlang des Bagmati-Flusses abzureißen – Tausende Anwohner verlieren dadurch ihre Unterkunft. Die Aktion stößt auf scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen und hat rechtliche Konsequenzen nach sich gezogen: Das Oberste Gericht des Landes hat die Regierung zu ihren Vorgehensweisen befragt.

Im vergangenen Monat begannen Abrisskolonnen damit, auf Regierungsland im Kathmandu-Tal errichtete Bauten zu räumen. Nach Angaben der Organisation Nepal Mahila Ekata Samaj wurden etwa 3.500 Häuser abgerissen, in denen schätzungsweise 25.000 Menschen lebten. Viele dieser Familien hatten jahrzehntelang an den Flussufern gewohnt.

Die Regierung hat 1.816 Familien als Besetzer registriert, davon wurden 794 bereits in provisorische Unterkünfte umgesiedelt. Ministerpräsident Balendra Shah verteidigte die Maßnahme und betonte, sie folge rechtlichen Verfahren. Er warf Kritikern vor, Angst zu schüren, und versicherte, die betroffenen Anwohner würden langfristig würdevollen Wohnraum erhalten.

Der scheidende UN-Sonderberichterstatter Balakrishnan Rajagopal warnte vor den Risiken zwangsweiser Vertreibungen für Tausende. Amnesty International verurteilte das Vorgehen als Zeichen wachsender autoritärer Tendenzen und eines Zusammenbruchs rechtsstaatlicher Prinzipien. Daraufhin erließ Nepals Oberstes Gericht eine Begründungsanordnung an die Regierung, nachdem Klagen gegen die Räumungen eingereicht worden waren.

Trotz rechtlicher und humanitärer Bedenken gehen die Abrisse weiter. Die Behörden bestehen darauf, dass das Verfahren rechtmäßig sei, und versprechen nachhaltige Wohnlösungen. Durch das Einschreiten des Obersten Gerichts wächst der Druck – Menschenrechtsgruppen fordern einen sofortigen Stopp weiterer Zwangsräumungen.

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