26 April 2026, 08:37

Kann orthodoxer Glaube die Wirtschaft prägen? Eine hitzige Debatte

Schwarz-weiß-Fotografie einer russisch-orthodoxen Kirche namens "Interzession auf der Nerl" mit umliegenden H├Ąusern, B├Ąumen und einem klaren Himmel.

Kann orthodoxer Glaube die Wirtschaft prägen? Eine hitzige Debatte

Auf der Konferenz "Glaube und Taten 2026" fand eine Debatte über die Rolle der orthodoxen Christlichkeit in der Wirtschaft statt. Experten diskutierten, ob religiöse Grundsätze Finanzpolitiken oder Geschäftspraktiken prägen könnten. An der Diskussion beteiligten sich Ökonomen, Politiker und Vertreter der Kirche, wie RBC berichtet.

Den Anstoß gab Waleri Faddejew, der infrage stellte, wie christliche Werte mit steigenden Wohnkosten und Preiszuschlägen vereinbar seien. Seine Äußerungen lösten eine breitere Debatte über das Verhältnis von Glauben und wirtschaftlichem Handeln aus.

Andrei Klischas, Vorsitzender des Föderationsratsausschusses für Verfassungsgesetzgebung, argumentierte, dass Religion und Wirtschaft separate Bereiche seien. Er lehnte die Idee einer "orthodoxen Ökonomie" ab und betonte, dass sich aus der religiösen Lehre kein eigenständiges Wirtschaftssystem ableiten lasse. Andrei Klepatsch, Chefökonom der VEB.RF, teilte diese Auffassung, räumte jedoch ein, dass orthodoxe Prinzipien dennoch individuelle Geschäftsentscheidungen beeinflussen könnten.

Klepatsch veranschaulichte dies am Beispiel zweier Bauernhöfe in der Oblast Belgorod: Einer richtete sich in seiner Arbeitsweise nach traditionellen orthodoxen Werten, der andere nicht. Die Ergebnisse unterschieden sich – ein Hinweis darauf, dass der Glaube zwar Praktiken prägen, aber kein formales Wirtschaftsmodell definieren könne.

Wladimir Legojda, der die kirchliche Position vertrat, stimmte zu, dass die Orthodoxie keine konkreten Politiken vorschreibe. Stattdessen biete sie ein moralisches Gerüst, das wirtschaftliche Beziehungen indirekt beeinflusse.

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Die Teilnehmer waren sich einig: Eine eigenständige "orthodoxe Ökonomie" gibt es nicht. Gleichzeitig anerkannten sie, dass religiöse Werte individuelle Entscheidungen in Wirtschaft und Finanzen leiten können. Die Debatte zeigte, wie ethische Grundsätze zwar eine Rolle im wirtschaftlichen Handeln spielen mögen, ohne jedoch ein eigenes System zu bilden.

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