06 May 2026, 22:32

Kanadier klagt gegen US-Behörde: Google soll seine Daten preisgeben

Ein Mann im Anzug und mit Krawatte spricht in ein Mikrofon und scheint über ein vom Staat genehmigtes Gesetz zu sprechen, das den Internetgebrauch verbietet.

Kanadier klagt gegen US-Behörde: Google soll seine Daten preisgeben

Ein kanadischer Staatsbürger, der nur unter dem Pseudonym John Doe bekannt ist, hat Klage gegen das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) eingereicht. Die im Mai 2026 in Kalifornien erhobene Klage richtet sich gegen die Forderung des Ministeriums, Google solle seine persönlichen Daten herausgeben – darunter seinen Namen, seine Adresse und seinen Browserverlauf.

Im Mittelpunkt des Falls steht Does anonyme Online-Kritik am ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Er argumentiert, dass die Herausgabe dieser Daten seine Identität und seine Online-Aktivitäten offenlegen und ihn damit gefährden würde.

Der Streit begann, als das DHS unter Leitung von Minister Markwayne Mullin eine behördliche Vorladung an Google richtete. Die Behörde verlangte detaillierte Aufzeichnungen über Doe, darunter Standortdaten, Suchverlauf und physische Bewegungen. Does Anwälte halten die Vorladung für rechtswidrig, da sie sich auf eine Verordnung stütze, die eigentlich für Einfuhr- und Ausfuhrdaten gelte – nicht für die Sammlung persönlicher Informationen.

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Vertreten von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU), betont Doe, er habe die USA seit über einem Jahrzehnt nicht mehr betreten. Google hat die angeforderten Daten bisher nicht übermittelt, deutete jedoch an, dass das Unternehmen ihnen möglicherweise nachkommen müsste, falls es rechtlich dazu verpflichtet würde.

Entscheidend für den Prozess ist die Frage, ob das DHS seine Befugnisse überschritten hat, als es die Herausgabe der Daten verlangte. Does Kritik an Trump, die er anonym in sozialen Medien veröffentlichte, steht im Zentrum des Rechtsstreits. Seine Anwälte warnen, dass die Preisgabe seiner Identität schwerwiegende Folgen für seine Sicherheit und Privatsphäre haben könnte.

Der Fall wird klären, ob das DHS Google zwingen kann, Does private Informationen preiszugeben. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte sie einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie US-Behörden an Daten ausländischer Bürger gelangen. Doe bleibt vorerst anonym – doch das Urteil könnte seine Identität zwangsläufig öffentlich machen.

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