04 April 2026, 12:04

Joey Skaggs' geniale Aprilscherze entlarvten jahrzehntelang die Medien – und uns alle

Comic-Strip-Plakat mit der Überschrift "April Fools", das einen Cartoon-Mann und -Frau in einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken zeigt, einer gestikuliert mit den Händen, Text in fetter schwarzer Schrift.

Joey Skaggs' geniale Aprilscherze entlarvten jahrzehntelang die Medien – und uns alle

Fast vier Jahrzehnte lang verwandelte der Künstler Joey Skaggs den 1. April in New York in ein mediales Spektakel. Seine jährliche Parade, gefüllt mit absurden Streichen und politischer Satire, lockte große Nachrichtenmedien an – nur um dann zu enthüllen, dass das Ereignis nie wirklich stattgefunden hatte. Der diesjährige Scherz umfasste einen Präsidialen-Double und eine Mockumentary und führte damit eine Tradition fort, die die Grenze zwischen Streich und Protest verwischte.

Skaggs begann seine Aprilscherz-Tradition im Jahr 1986, als er Journalisten zu einer Parade entlang der Fifth Avenue einlud. Die Veranstaltung war stets erfunden, doch Medien wie die New York Times, CNN und die BBC berichteten darüber, als wäre sie real. Sein Ziel war simpel: zu zeigen, wie leichtgläubig Medien und Öffentlichkeit das Unglaubliche akzeptieren.

Die Pressemitteilung zur Parade 2024 versprach einen Donald-Trump-Doppelgänger an der Spitze des Umzugs, gefolgt von einer Melania-Mockumentary und einer Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten. Wie üblich gab es keine echte Parade. Stattdessen nutzte Skaggs den Streich, um Autoritäten und die Leichtgläubigkeit der Medien zu kritisieren.

Seine Methoden waren akribisch. Für jeden Scherz sammelte er ein Jahr lang Zeitungsausschnitte, um überzeugendes Pressematerial zu erstellen. Einer seiner berühmtesten Streiche, die Sports-Illustrated-Geschichte von 1985 über den 270 km/h schnellen Werfer Hayden "Sidd" Finch, täuschte die gesamte Sportwelt. Skaggs sah diese Tricks als Kunst – als Werkzeuge, um Glauben und Macht infrage zu stellen.

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Frühere Paraden umfassten eine Y2K-Weltuntergangsparty und einen Trump-Imitatoren-Wettbewerb. Schulkapellen und Journalisten trafen ein, nur um leere Straßen vorzufinden. Skaggs nannte es eine Feier des "Rechts der Öffentlichkeit, Autoritäten ins Gesicht zu lachen". Selbst nach seinem Tod 2025 lebte sein satirisches Erbe weiter.

Einer seiner dreistesten Streiche gelang ihm 1998, als er eine Party zur Gründung eines Verlages ausrichtete. Auf der Gästeliste stand ein erfundener Künstler – ein weiterer Seitenhieb darauf, wie bereitwillig Menschen erfundene Geschichten glauben.

Skaggs' Paraden hinterließen keine physischen Spuren, doch sie zeigten, wie leicht das Vertrauen in Medien ausgenutzt werden kann. Große Medien berichteten jahrzehntelang über seine Scherze und bewiesen damit seine These von der blindem Glaubensbereitschaft. Sein Werk bleibt eine Mahnung daran, wie Satire die Macht hat, den Status quo zu hinterfragen – und zu verspotten.

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