Indonesiens umstrittene Schiffsabgabe gefährdet globale Handelsrouten
Charlotte RichterIndonesiens umstrittene Schiffsabgabe gefährdet globale Handelsrouten
Indonesiens Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa hat eine Abgabe auf Schiffe vorgeschlagen, die durch die Straßen von Malakka und Singapur fahren. Der Vorschlag wirft Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit mit dem internationalen Seerecht auf. Diese engen Wasserstraßen sind lebenswichtige globale Handelsrouten, die durch strenge Regeln im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) geregelt werden.
Die Straßen von Malakka und Singapur sind gemäß UNCLOS als internationale Schifffahrtswege ausgewiesen. Diese Einstufung garantiert, dass Schiffe aller Nationen sie ohne Behinderung oder Einmischung frei passieren können. Den Anrainerstaaten – darunter Indonesien, Malaysia und Singapur – ist es untersagt, allgemeine Durchfahrtsgebühren für die bloße Passage zu erheben.
UNCLOS erlaubt Gebühren nur für konkrete Dienstleistungen wie Lotsendienste oder Navigationshilfen. Solche Abgaben müssen für alle Schiffe gleichermaßen gelten und dürfen nicht zwischen Nutzern diskriminieren. Die Einführung einer pauschalen Abgabe würde gegen diese Grundsätze verstoßen und könnte ein gefährliches Präzedenzfall für andere globale Engpässe schaffen.
Assoc. Prof. Dr. Mohd Hazmi Mohd Rusli, Koordinator der Einheit für Internationales Recht an der Universiti Sains Islam Malaysia (USIM), betonte die Bedeutung der Einhaltung dieser Regeln. Er warnte, dass die Zulassung von Mautgebühren in einer kritischen Meerenge ähnliche Maßnahmen an anderen Orten nach sich ziehen könnte – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für den globalen Handel. Die drei Anrainerstaaten arbeiten seit Langem zusammen, um die Straßen offen, neutral und gemäß internationalem Recht zugänglich zu halten.
Die Straßen von Malakka und Singapur bleiben unverzichtbare Korridore für die globale Schifffahrt und stehen unter dem Schutz von UNCLOS. Jeder Versuch, Durchfahrtsgebühren einzuführen, würde mit den etablierten rechtlichen Rahmenwerken kollidieren. Ihr Status als freie und neutrale Passagen zu wahren, sichert die Stabilität des internationalen Handels und der maritimen Operationen.






