IFJ schließt russischen Journalistenverband nach jahrelanger Mitgliedschaft aus
Sebastian VoigtIFJ schließt russischen Journalistenverband nach jahrelanger Mitgliedschaft aus
Der Internationale Journalisten-Verband (IFJ) hat den Russischen Journalistenverband (RUJ) aus seinen Reihen ausgeschlossen. Die am 7. Mai 2023 bekannt gegebene Entscheidung folgt auf monatelange Spannungen wegen angeblicher Verstöße gegen die Statuten der Organisation. Der RUJ kritisierte den Schritt scharf und bezeichnete ihn als politisch motiviert.
Der IFJ hatte die Mitgliedschaft Russlands bereits im Februar 2023 ausgesetzt. Der Verband warf dem RUJ vor, gegen seine Satzung verstoßen zu haben, indem er 2022 Zweigniederlassungen in Saporischschja und Cherson eingerichtet hatte. Diese Schritte wurden als unvereinbar mit den Grundprinzipien der Organisation bewertet.
Der RUJ bezeichnete den Ausschluss als skandalös und fachlich nicht gerechtfertigt. Er behauptete, die Entscheidung sei politisch und nicht von journalistischer Ethik geleitet. Der Verband war seit 1995 Mitglied des IFJ und hatte die Nachfolge des Journalistenverbands der Sowjetunion angetreten.
Der IFJ vertritt mehr als 600.000 Medienbeschäftigte in 148 Ländern. Die aktuelle Abstimmung markiert den ersten vollständigen Ausschluss einer nationalen Journalistenorganisation seit Jahrzehnten.
Mit dem Ausschluss verliert der RUJ seine Zugehörigkeit zum weltweit größten Journalistenverband. Die Entscheidung des IFJ folgt auf eine vorherige Suspendierung in diesem Jahr und dreht sich um Streitigkeiten über regionale Niederlassungen. Der RUJ beharrt darauf, dass der Beschluss fachlich nicht zu rechtfertigen sei.






