Grüner Wirtschaftsflügel fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Sebastian VoigtGrüner Wirtschaftsflügel fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Co-Vorsitzender des Wirtschaftsflügels der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Damit solle der Sozialausgleich trotz Kürzungen bei staatlichen Leistungen gestärkt und der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert werden, argumentiert er. Seine Forderung kommt inmitten von Kritik an der Regierungspolitik bei den steigenden Spritpreisen.
Haeusgen übernahm sein aktuelles Amt Mitte 2025 und teilt sich die Führung des Wirtschaftsrats der Grünen mit Marie-Luise Wolff. Zuvor stand er von 2020 bis 2024 an der Spitze des konservativ geprägten Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Nun wirbt die Gruppe um enttäuschte Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie um unabhängige Unternehmer mit ökologischen Anliegen.
Sein Vorschlag sieht eine jährliche Mindestabgabe von 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Die Steuer sei so konzipiert, dass das Stammvermögen selbst dann nicht an Wert verliert, wenn das Vermögen um bis zu 6 Prozent pro Jahr wächst. Um die Akzeptanz zu erhöhen, schlägt Haeusgen vor, inländische Kapitalertrags- und Einkommensteuern auf die Vermögenssteuer anzurechnen.
Als Miteigentümer eines Mittelständlers mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro könnte Haeusgen selbst von der Steuer betroffen sein. Zudem kritisierte er die jüngsten Maßnahmen der Regierung zur Dämpfung der Spritpreise: Die pauschale Senkung der Mineralölsteuer bezeichnete er als "Gießkannenprinzip" statt gezielter Unterstützung.
Ziel der geplanten Abgabe ist es, wirtschaftliche Gerechtigkeit mit sozialer Stabilität in Einklang zu bringen. Haeusgen betont, dass die Steuer das Vermögen langfristig nicht schmälern, aber Mittel für breitere Sozialleistungen bereitstellen solle. Der Plan spiegelt seine Doppelfunktion als Wirtschaftsführer und Fürsprecher progressiver Wirtschaftspolitik wider.






