09 May 2026, 14:07

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um russische Symbole und politische Instrumentalisierung

Denkmal mit farbenfrohem Blumenstrauß auf einem Gehweg, neben einem Schild und Gedenktafeln im Hintergrund.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um russische Symbole und politische Instrumentalisierung

Spannungen bei Gedenkfeier zur Befreiung Halles (Saale) vom NS-Regime

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bei der Feier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) von der nationalsozialistischen Herrschaft kam es zu politischen Auseinandersetzungen. Die eigentlich den sowjetischen und alliierten Beiträgen gewidmete Veranstaltung entwickelte sich zu einem Zankapfel der politischen Lager. Auslöser war der Auftritt einer lokalen Gruppe, die russische Flaggen und Symbole zeigte – was bei den Organisatoren und Teilnehmenden auf scharfe Kritik stieß.

Die Gedenkveranstaltung fand auf dem Südfriedhof in Halle statt, wo 977 sowjetische Bürgerinnen und Bürger bestattet sind, darunter viele Zivilisten. Das Mahnmal erinnert an die Rolle der Roten Armee bei der Niederlage des NS-Regimes sowie an den Beitrag der US-Armee bei der Befreiung der Stadt. Die stellvertretende Oberbürgermeisterin, Dr. Judith Marquardt, niederlegte im Namen des Oberbürgermeisters einen offiziellen Kranz, während andere Blumen an einem Hain für deutsche Widerstandskämpfer niederlegten.

Lukas Wanke vom VVN-BdA betonte, der Kampf gegen den Faschismus sei noch nicht beendet. Gleichzeitig warnte er davor, das Vermächtnis der Roten Armee als Rechtfertigung für heutige Ungerechtigkeiten zu instrumentalisieren. Eric Stehr von der Linken mahnte, man dürfe sich nicht mit Regimen gemein machen, die für Terror und Zerstörung verantwortlich seien.

Kritik entzündete sich besonders an Mitgliedern der „Halle-Bewegung“, die russische Flaggen und Symbole präsentierten. Die Organisatoren warfen der Gruppe vor, die rechtspopulistische AfD zu unterstützen und Russlands Krieg gegen die Ukraine zu legitimieren. Wanke unterstrich, die Prinzipien der Widerstandskämpfer dürften nicht für aktuelle politische Agenden vereinnahmt werden.

Die Gedenkfeier offenbarten tiefe Gräben zwischen historischer Erinnerung und gegenwärtiger Politik. Zwar stand die Ehre derer im Mittelpunkt, die gegen den Faschismus kämpften – doch die Konflikte um Symbole und Loyalitäten überschatten die eigentliche Erinnerungskultur. Nun stehen Stadtvertreter und Aktivisten vor der Frage, wie sich Respekt vor der Geschichte mit den heutigen politischen Konflikten in Einklang bringen lässt.

Quelle