19 March 2026, 12:03

Feuerwehrmann droht Strafe nach Rasertat bei Einsatzfahrt in Taucha

Feuerwehrmann in Schutzausrüstung sprüht Wasser auf ein brennendes Rohr.

Feuerwehrmann droht Strafe nach Rasertat bei Einsatzfahrt in Taucha

Ein Feuerwehrmann aus Taucha muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, nachdem er bei einer Einsatzfahrt mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt wurde. Die Stadt hat zwar einen Bußgeldbescheid erlassen, doch der Fall wird nun erneut geprüft, nachdem der Feuerwehrmann Einspruch vor Gericht eingelegt hat.

Der Streit hat bereits zu Rücktritten geführt und Forderungen nach einer besseren Kommunikation zwischen Rettungskräften und lokalen Behörden laut werden lassen.

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Im Mai 2025 war ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann mit 34-jähriger Dienstzeit in einer Tempo-30-Zone mit 69 km/h unterwegs. Die Stadt Taucha reagierte mit einem Bußgeld in Höhe von 369 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem einmonatigen Fahrverbot. Der Feuerwehrmann hat die Strafe inzwischen vor dem örtlichen Amtsgericht angefochten, sodass das endgültige Urteil noch aussteht.

Der Vorfall hat für Spannungen innerhalb der Feuerwehr gesorgt. Der ehemalige Stadtbrandmeister trat von seinem Amt zurück und begründete dies damit, dass Einsatzkräfte bei Überprüfungen zu wenig Rückhalt erhielten. Ein weiterer langjähriger ehrenamtlicher Feuerwehrmann legte sein Amt nieder und verwies auf ein verlorenes Vertrauen in die Stadtverwaltung.

Tauchas Bürgermeister appellierte an alle Beteiligten, einen respektvollen Dialog zu führen. Zwar räumte er ein, dass Einsatzfahrzeuge nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) bestimmte Sonderrechte genießen, betonte jedoch, dass diese nicht alle Verkehrspflichten aufheben. Die Geschwindigkeit müsse stets dem Risiko der jeweiligen Situation angepasst werden.

Die Rechtsprechung in Deutschland ist in solchen Fällen uneinheitlich. Gerichte haben ähnlich gelagerte Fälle unterschiedlich bewertet – mal wurden Feuerwehrleute freigesprochen, mal verurteilt. Da es keine festgelegte Geschwindigkeitsgrenze für Einsatzfahrten gibt, hängt die Entscheidung von den individuellen Umständen ab.

Nun liegt der Fall in den Händen des Gerichts, das entscheiden wird, ob der Bußgeldbescheid Bestand hat oder aufgehoben wird.

Der Konflikt zeigt die Schwierigkeiten auf, die Notfallversorgung mit den geltenden Verkehrsregeln in Einklang zu bringen. Das Urteil wird präzedenzwirksam sein und künftig darüber entscheiden, wie mit solchen Fällen in Taucha umgegangen wird.

Bis dahin bleibt die Zukunft des Feuerwehrmanns ungewiss, während die Rettungskräfte der Stadt weiterhin mit den Folgen des Vorfalls umgehen müssen.

Quelle