FDP-Streit eskaliert: Boykott nach Junge-Freiheit-Interview spaltet die Partei
Julian HartmannFDP-Streit eskaliert: Boykott nach Junge-Freiheit-Interview spaltet die Partei
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte über die Grenzen politischer Diskussionen entbrannt. Auslöser des Streits war ein Interview, das Generalsekretär Martin Hagen der rechtspopulistischen Wochenzeitung Junge Freiheit gegeben hatte. Die Philosophin Sabine Döring lehnte daraufhin eine gemeinsame Podiumsdiskussion mit ihm ab – was weitere Reaktionen innerhalb der Partei auslöste.
Hagens Interview mit der Jungen Freiheit hatte die Kontroverse ausgelöst. Döring verzichtete auf die Teilnahme an der Podiumsrunde mit der Begründung, dass die Auseinandersetzung in einem Medium stattfinden würde, dessen Debattenraum sie nicht länger mittragen wolle. Unterstützung erhielt sie dabei von Helmer Krane, dem stellvertretenden FDP-Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein.
Hagen reagierte sarkastisch und erklärte, kein Interesse daran zu haben, mit jemandem zu sprechen, der sich weigere, mit ihm zu reden. Auch andere Parteimitglieder meldeten sich zu Wort. Der Hamburger FDP-Politiker Gert Wöllmann zeigte sich verwirrt über Dörings Entscheidung. Frédéric Schwilden verteidigte Hagens Gesprächsbereitschaft mit der Jungen Freiheit, während Philip Plickert Döring für ihren Rückzug von der Podiumsdiskussion kritisierte.
Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die innerparteilichen Spannungen der FDP hinsichtlich der Grenzen politischer Debattenkultur. Dörings Boykott und Hagens Reaktion haben die Frage nun zugespitzt. Die Partei steht vor anhaltenden Diskussionen darüber, wo sie in der öffentlichen Auseinandersetzung die roten Linien zieht.






