EZB erhöht Leitzinsen – doch die Inflation bleibt ungebremst
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen erstmals seit fast drei Jahren angehoben. Die Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt markiert einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Der Schritt zeigt Handlungsbereitschaft, dürfte die explodierenden Preise aber kaum bremsen.
Die Inflation ist aufgrund der Blockade der Straße von Hormus im Iran-Konflikt stark angestiegen. Die Unterbrechung der Lieferketten hat die Kosten für fossile Brennstoffe auf Rekordniveau getrieben. Selbst mit höheren Zinsen zweifeln Ökonomen daran, dass der Anstieg die Preisspirale stoppen wird.
2022 versuchte die deutsche Ampelkoalition, die Energiekosten durch Diversifizierung der Bezugsquellen und die Einführung von Preisdeckeln zu stabilisieren. Doch die aktuelle Krise erfordert direktere Maßnahmen. Die EZB hat die Verantwortung nun an die Regierungen weitergegeben und zu fiskalpolitischen Reformen sowie Steueranpassungen aufgerufen.
Fachleute empfehlen seit Langem gezielte Industrie-Strompreise, gestaffelte Energiezuschüsse und einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Schieneninfrastruktur. Finanzierungsvorschläge liegen vor, doch politische Untätigkeit bleibt das größte Hindernis. Höhere Zinsen werden zudem Investitionen verteuern und drohen, die wirtschaftliche Abkühlung zu verstärken.
Die Bundesregierung kann sich nicht länger allein auf die Geldpolitik verlassen, um die Krise zu bewältigen. Fiskalische Maßnahmen und strukturelle Reformen sind nun unverzichtbar. Ohne politischen Konsens wird sich die wirtschaftliche Belastung voraussichtlich weiter verschärfen.






