Ex-Sheriff wegen Tötung von Casey Goodson Jr. schuldig gesprochen – ein seltener Justizerfolg in Ohio
Charlotte RichterEx-Sheriff wegen Tötung von Casey Goodson Jr. schuldig gesprochen – ein seltener Justizerfolg in Ohio
Ein ehemaliger stellvertretender Sheriff aus Ohio ist wegen der tödlichen Erschießung eines Schwarzen Mannes im Jahr 2020 verurteilt worden. Jason Meade wurde des fahrlässigen Tötungsdelikts für schuldig befunden, weil er Casey Goodson Jr. getötet hatte – ein Fall, der die Forderungen nach einer Polizeireform weiter anheizte. Das Urteil ist erst das zweite in Ohio seit dem Tod von George Floyd, bei dem ein weißer Polizist in einem solchen Fall schuldig gesprochen wurde.
Die Schießerei ereignete sich am 4. Dezember 2020, als Meade sechsmal auf Goodson feuerte – fünfmal in den Rücken und einmal in die Seite. Kein Zeuge berichtete, dass Goodson eine Waffe in der Hand gehalten habe, und keine Kameras zeichneten den Vorfall auf. Obwohl Goodson legal zum Führen einer Schusswaffe berechtigt war, wurde seine Waffe unter seinem Körper gefunden, mit aktivierter Sicherung.
Während des Prozesses sagte Christopher Corne, ein Zeuge, aus, Goodson habe kurz vor der Schießerei in seinem Pick-up getanzt und gesungen. Auch der Columbus-Polizist Samuel Rippey gab eine Aussage ab und erklärte, er habe die Waffe auf dem Boden im Haus von Goodsons Großmutter gesehen, während er Erste Hilfe leistete. Die Jury sprach Meade schließlich wegen fahrlässiger Tötung schuldig, konnte sich jedoch nicht auf den schwerwiegenderen Vorwurf des Mordes einigen, was in diesem Punkt zu einem gescheiterten Verfahren führte.
Goodsons Tod löste landesweite Proteste aus und befeuerte die Forderungen nach mehr Verantwortung in der Polizeiarbeit. Meade, der 2021 aus dem Sheriff-Büro des Franklin County ausgeschieden war, muss sich nun wegen des Schuldspruchs seiner Strafe stellen.
Das Urteil fällt nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und öffentlichen Drucks. Es bleibt einer der wenigen Fälle in Ohio, in denen ein weißer Polizist strafrechtlich für die Tötung eines Schwarzen Mannes zur Verantwortung gezogen wurde. Der Ausgang des Verfahrens könnte die laufenden Debatten über Polizeiverantwortung und Reformen im Bundesstaat beeinflussen.






