EU-Chemikalienverbot stockt: Warum gefährliche Stoffe länger im Umlauf bleiben
Finn WolfEU-Chemikalienverbot stockt: Warum gefährliche Stoffe länger im Umlauf bleiben
EU-Plan zum Verbot schädlicher Chemikalien verzögert sich massiv
Im April 2022 gestartet, sollte der Restrictions Roadmap der EU die Verbote gefährlicher Stoffe im Rahmen des REACH-Rechts beschleunigen – mit 22 besonders riskanten Substanzen im Fokus. Doch vier Jahre später stockt der Fortschritt bei den meisten von ihnen.
Betroffen sind bekannte Schadstoffe wie PFAS ("Ewigkeitschemikalien"), Flammschutzmittel, Bisphenole und Blei, aber auch Chemikalien in Kinderprodukten. Bisher wurden nur wenige Beschränkungen umgesetzt, darunter Grenzen für PFAS in Löschschaum, Blei in PVC sowie bestimmte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Doch 14 der 22 geplanten Maßnahmen harren noch der Klärung oder stecken im regulatorischen Verfahren fest.
Die Verzögerungen bedeuten, dass gefährliche Substanzen länger auf dem Markt bleiben als vorgesehen – mit Folgen für die Umwelt: Flüsse, Ackerland und Küstengebiete bleiben länger belastet. Besonders betroffen ist Spanien mit seinem großen Agrarsektor und der langen Küste, wo sich langlebige Chemikalien wie Blei oder persistente Stoffe in Meeresökosystemen anreichern.
Eine entscheidende Weichenstellung steht bevor: das geplante EU-weite PFAS-Verbot, das 2026 in Kraft treten soll. Wird es beschlossen, betrifft es in Spanien eine breite Palette von Produkten – von Haushaltswaren, Möbeln und Textilien über Spielzeug bis hin zu Verpackungen. Umweltschützer warnen, dass weitere Verzögerungen das Vertrauen in die EU-Klimaziele untergraben und Verbraucher:innen, Arbeitnehmer:innen sowie Gemeinden unnötigen Risiken aussetzen.
Da die EU-Chemikalienregeln für alle Mitgliedstaaten gelten, wirken sich die Verzögerungen direkt auf Spaniens Einzelhandel, Onlinehändler und Importe aus. Ohne schnellere Fortschritte könnten bereits als bedenklich eingestufte Stoffe noch Jahre im Umlauf bleiben – und die Bemühungen bremsen, die Belastung in Lebensmitteln, Wasser und Alltagsprodukten zu reduzieren.






