17 April 2026, 12:04

Drogerien und Supermärkte als neue Arztalternative: Was Deutsche wirklich wollen

Schwarz-weißer Architekturplan vom Rosenhof-Krankenhaus in Hamburg, Deutschland, der detaillierte Layouts mit zahlreichen Drähten, Räumen, Fluren und Textanmerkungen auf altem Papier zeigt.

Drogerien und Supermärkte als neue Arztalternative: Was Deutsche wirklich wollen

Eine neue Umfrage von Deloitte zeigt, dass viele Deutsche offen dafür sind, Einzelhandelsgeschäfte für grundlegende medizinische Dienstleistungen zu nutzen. Rund 60 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, künftig für bestimmte gesundheitliche Anliegen auf Läden zurückzugreifen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die wachsende Unzufriedenheit mit langen Wartezeiten in herkömmlichen Gesundheitseinrichtungen.

Laut der Studie halten 39 Prozent der Teilnehmer Drogeriemärkte für den besten Ort, um medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Einkaufszentren folgten mit 25 Prozent, Supermärkte mit 17 Prozent. Ein entscheidender Faktor war dabei der Komfort: Die Befragten schätzten kürzere Wartezeiten, einfache Terminvereinbarungen und gut erreichbare Standorte.

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Am beliebtesten waren diagnostische Dienstleistungen wie Seh- oder Hauttests, die von 43 Prozent der Umfrageteilnehmer bevorzugt wurden. Noch vor dem Kauf rezeptfreier Medikamente oder der Nutzung von Telemedizin-Beratungen. Viele zeigten zudem Interesse an einem erweiterten Sortiment, darunter Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilmittel und medizinische Hilfsmittel.

Mehr als die Hälfte der interessierten Verbraucher – 52 Prozent – gab an, sie würden ihr Stammgeschäft wechseln, wenn dieses medizinische Dienstleistungen anbieten würde. Fast die Hälfte derjenigen, die solche Angebote im Einzelhandel ablehnen, nannte jedoch Bedenken hinsichtlich der Servicequalität als Hauptgrund.

Für Händler könnte sich hier eine Chance eröffnen: Durch vertrauenswürdige Gesundheitsleistungen ließen sich neue Kunden gewinnen und Wettbewerbsvorteile erzielen. Die Umfrage zeigte zudem, dass etwa ein Drittel der Deutschen mit der aktuellen Verfügbarkeit medizinischer Versorgung im Land unzufrieden ist.

Die Ergebnisse deuten auf eine klare Möglichkeit für den Einzelhandel hin, Versorgungslücken im Gesundheitsbereich zu schließen. Durch zuverlässige Dienstleistungen könnten Händler Kundschaft anziehen, die Bequemlichkeit und kürzere Wartezeiten sucht. Gleichzeitig wird die Gewährleistung hoher Qualitätsstandards entscheidend sein, um auch diejenigen zu überzeugen, die noch skeptisch sind.

Quelle