07 June 2026, 12:28

DLR-Kollektiv kämpft in Mexiko gegen digitale Gewalt und Täternetzwerke

Hacktivisten nehmen sexuelle Inhalte herunter und erstellen eine Liste von Tätern; Es gibt bisher 44.000 Berichte von digitaler Gewalt in dieser Regierung

DLR-Kollektiv kämpft in Mexiko gegen digitale Gewalt und Täternetzwerke

Neun Frauen, die digitale Gewalt überlebt haben, gehen in Mexiko gegen Missbrauch im Internet vor. Als DLR-Kollektiv bekannt, setzen sie sich dafür ein, explizite sexuelle Inhalte, die ohne Zustimmung verbreitet wurden, zu löschen. Ihre Arbeit hat weitverzweigte Täternetzwerke aufgedeckt und die schweren psychischen Folgen für die Opfer ins Licht gerückt.

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Das Kollektiv entstand 2019 auf Initiative von Andy Torres, nachdem eine enge Freundin Opfer digitaler Gewalt geworden war. Mit ihren Hacking-Kenntnissen begann Torres, anderen dabei zu helfen, schädliche Inhalte aus sozialen Medien zu entfernen. Der Name der Gruppe leitet sich von den Initialen ihrer Mutter ab.

2024 deckte das DLR-Kollektiv die sogenannte „Sierra-XXX-Gruppe“ auf – ein Netzwerk von 140 Beamten aus Oaxaca, die explizites Material mit Frauen weitergaben. Zudem erstellten sie zwei öffentliche Listen mit den Namen von über 540 mutmaßlichen Sexualstraftätern in ganz Mexiko. Täglich erreichen die Aktivistinnen etwa 80 neue Meldungen über nicht einvernehmlich verbreitete sexuelle Inhalte.

Forensische Gutachten zu Fällen sexualisierter Gewalt zeigen, dass Betroffene häufig unter posttraumatischer Belastungsstörung, Angstzuständen und Depressionen leiden. Die Folgen reichen weiter: Viele brechen ihre Ausbildung ab, kündigen ihre Jobs oder ziehen sich sozial zurück. Das Kollektiv rät Opfern, vor der Löschung der Inhalte offiziell Anzeige zu erstatten, da ansonsten wichtige Beweismittel verloren gehen könnten.

Das DLR-Kollektiv unterstützt weiterhin Überlebende und deckt die Verantwortlichen für digitale Gewalt auf. Ihre Arbeit hat das Ausmaß des Problems und den dringenden Bedarf an rechtlichem Schutz aufgezeigt. Betroffene haben nun eine feste Anlaufstelle, um sich gegen Ausbeutung im Netz zur Wehr zu setzen.

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