DGB fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
Charlotte RichterDGB fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten ein, die unter Tarifverträge fallen. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi argumentiert, dass Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen müssten, statt die volle Last den Arbeitnehmern aufzubürden. Sie bezeichnet den Vorschlag als fair und verweist auf höhere Rentenbeiträge in weiten Teilen Europas.
Aktuell haben rund 20 Millionen deutsche Arbeitnehmer keine betriebliche Altersvorsorge. Die meisten dieser Beschäftigten arbeiten in Unternehmen ohne Tarifbindung. Fahimi betont, dass betriebliche Renten eine Zusatzleistung sein sollten und zumindest teilweise von den Arbeitgebern finanziert werden müssten.
Der DGB plant, bis Ende des Monats detaillierte Vorschläge vorzulegen. Für Unternehmen ohne Tarifverträge schlägt die Gewerkschaft vor, Mitarbeiter in bestehende Systeme unter vereinfachten Bedingungen aufzunehmen. Fahimi räumt mögliche Widerstände wegen der wirtschaftlichen Lage ein, unterstreicht aber die Notwendigkeit einer geteilten Verantwortung.
In vielen europäischen Ländern liegen die Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge bei über 20 Prozent, wobei Arbeitgeber oft den größeren Anteil tragen. Der DGB ist bereit, Tarifverträge auszuhandeln, die die betriebliche Altersvorsorge auf alle anspruchsberechtigten Arbeitnehmer ausweiten würden.
Der Gewerkschaftsplan sieht vor, dass Arbeitgeber gemeinsam mit den Beschäftigten in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Bei Umsetzung könnte dies Millionen von Arbeitnehmern ohne entsprechende Absicherung eine Rentenversorgung ermöglichen. Die vollständigen Details des Vorschlags werden noch vor Monatsende erwartet.






