05 May 2026, 02:47

Dekolonialisierung im Schulunterricht: 247.000 Pfund für umstrittenes Projekt

Großes Backsteingebäude mit "London Business School"-Schriftzug, umgeben von Bäumen unter einem klaren blauen Himmel.

Dekolonialisierung im Schulunterricht: 247.000 Pfund für umstrittenes Projekt

Ein neues zweijähriges Projekt wird untersuchen, wie der Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften und Geografie an britischen weiterführenden Schulen „dekolonialisiert“ werden kann. Wissenschaftler:innen haben dafür eine Förderung in Höhe von 247.268 Pfund erhalten, um ein Rahmenkonzept für Lehrkräfte zu entwickeln, das bundesweit „flächendeckend“ eingesetzt werden soll. Die Initiative hat bereits eine Debatte über ihre Ziele und die Verwendung öffentlicher Gelder ausgelöst.

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Das vom Economic and Social Research Council (ESRC) unterstützte Projekt wird sich mit „wissenschaftlichem und ökologischem Rassismus“ im Unterricht befassen. Die Forscher:innen planen, Lehrkräfte aus den MINT-Fächern und dem Fach Geografie zu befragen, die sich bereits mit „dekolonialer und antirassistischer Arbeit“ auseinandergesetzt haben, um daraus neue Leitlinien abzuleiten. Der ESRC, eine Unterorganisation von UK Research and Innovation (UKRI), verfügt über ein Jahresbudget von 123 Millionen Pfund – ein Teil der insgesamt 8 Milliarden Pfund, die UKRI jährlich aus Steuergeldern ausgibt.

Ein Sprecher von UKRI betonte, dass Förderentscheidungen auf der Grundlage des wissenschaftlichen Werts einer Studie getroffen werden, der von unabhängigen Expert:innen bewertet werde. Dennoch gibt es kritische Stimmen. Chris McGovern, Vorsitzender der Kampagne Campaign for Real Education, argumentiert, dass die Filterung von Schulfächern durch eine dekoloniale Perspektive das Lernen verfälschen und akademische Standards untergraben könnte. Professor Peter Edwards äußerte Bedenken, dass solche Projekte Vorrang vor der Bekämpfung der Bildungsbenachteiligung weißer Jungen aus der Arbeiterklasse erhalten.

Gegner:innen der Initiative bezeichnen sie als „realitätsfernes woke-Gedankengut“ und eine Verschwendung knapper öffentlicher Mittel. Trotz der Kritik wird das Projekt fortgeführt – mit dem Ziel, Lehrkräften einen strukturierten Ansatz zur Dekolonialisierung ihrer Lehrpläne an die Hand zu geben.

Die Förderung von 247.268 Pfund wird in den nächsten zwei Jahren die Entwicklung eines Unterrichtsrahmens finanzieren. Sollten die Leitlinien umgesetzt werden, könnten sie die Art und Weise, wie Mathematik, Naturwissenschaften und Geografie an Schulen im ganzen Land gelehrt werden, grundlegend verändern. Wie groß der Einfluss des Projekts sein wird, hängt davon ab, inwieweit Lehrkräfte die vorgeschlagenen Änderungen übernehmen.

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