CIA in Mexiko: Wie der US-Geheimdienst seit 1934 Präsidenten und Aktivisten überwachte
Julian HartmannCIA in Mexiko: Wie der US-Geheimdienst seit 1934 Präsidenten und Aktivisten überwachte
Die CIA unterhält seit langem eine Präsenz in Mexiko, die mindestens bis ins Jahr 1934 zurückreicht. Über die Jahrzehnte hinweg weiteten sich ihre Operationen aus und umfassten die Überwachung von politischen Führungspersönlichkeiten, linksgerichteten Aktivisten und sogar ausländischen Botschaften. Kürzlich veröffentlichte Details offenbaren das Ausmaß des Einflusses der Behörde auf die innerpolitischen Angelegenheiten des Landes.
Bis 1962 hatte die CIA in Mexiko ein ausgeklügeltes Spionagenetzwerk aufgebaut, das unter dem Codenamen LITEMPO geführt wurde. Zu diesem Netzwerk gehörten Agenten, die in Regierungsstrukturen eingebettet waren und teilweise direkten Zugang zu hochrangigen Amtsträgern hatten. Eine zentrale Figur, bekannt als LITEMPO-2, entpuppte sich später als der ehemalige Präsident Gustavo Díaz Ordaz. Parallel betrieb die CIA eine weitere Operation mit dem Namen LIENVOY, die sich auf die Beobachtung kommunistischer Gruppen, linker Persönlichkeiten und ausländischer diplomatischer Vertretungen konzentrierte.
Die Überwachungsaktivitäten der CIA erstreckten sich auch auf bedeutende politische Persönlichkeiten wie den früheren Präsidenten Lázaro Cárdenas. Selbst der Künstler und kommunistische Führer David Alfaro Siqueiros, damals Vorsitzender der Mexikanischen Kommunistischen Partei, stand unter Beobachtung. Zudem pflegte die Behörde enge Kontakte zu weiteren mexikanischen Präsidenten, darunter Luis Echeverría, und festigte so ihren Einfluss.
Im Jahr 2021 besuchte der ehemalige stellvertretende CIA-Direktor David S. Cohen Mexiko, wo er mit Präsident Andrés Manuel López Obrador zusammentraf. Der mexikanische Staatschef erklärte anschließend, seine Regierung stehe weiterhin allen Regierungen und Geheimdiensten – einschließlich der CIA – für einen Austausch offen. Dies unterstrich die Kontinuität der jahrzehntelangen Beziehungen zwischen den politischen und nachrichtendienstlichen Kreisen beider Nationen.
Die Aktivitäten der CIA in Mexiko erstrecken sich über nahezu ein Jahrhundert und umfassen hochrangige Überwachungsmaßnahmen sowie die direkte Zusammenarbeit mit Regierungsvertretern. Während frühere Operationen Abhörmaßnahmen und die Beobachtung politischer Bewegungen einschlossen, deuten jüngere Interaktionen auf eine fortgesetzte Kooperation hin. Die historische Präsenz der Behörde bleibt ein prägendes Element der amerikanisch-mexikanischen Beziehungen.






