Brandenburg revolutioniert Hochschulen: Berufungen in Rekordzeit und weniger Bürokratie
Sebastian VoigtBrandenburg revolutioniert Hochschulen: Berufungen in Rekordzeit und weniger Bürokratie
Brandenburg reformiert sein Hochschulsystem: Schnellere Berufungen, weniger Bürokratie
Brandenburg will sein Hochschulsystem mit einem neuen Gesetz grundlegend modernisieren, um die Berufung von Professoren deutlich zu beschleunigen. Die Reformen sollen das derzeitige Verfahren, das zwölf bis 24 Monate dauert, auf die Hälfte verkürzen – und damit zum schnellsten in Deutschland machen. Zudem zielen die Änderungen auf vereinfachte Studienplatzvergaben und weniger Bürokratie für die Hochschulen im Land ab.
Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Berufungsverfahren beschleunigt und damit eine Vereinbarung aus dem Jahr 2025 mit der Universität Potsdam und der Hasso-Plattner-Stiftung umsetzt. Von den Neuerungen werden alle staatlichen Hochschulen Brandenburgs profitieren, auch wenn die genaue Zahl der betroffenen Einrichtungen noch nicht genannt wurde. Künftig liegen die Personalentscheidungen über Berufungen und Beförderungen dauerhaft in der Hand der Universitäten – externe Genehmigungsinstanzen entfallen.
Im Mittelpunkt der Reform stehen zwei zentrale Ziele: die Gewinnung von Spitzenkräften und der Abbau von Bürokratie. Künftig soll die qualitätsorientierte Berufung Vorrang haben, während Verzögerungen im Auswahlprozess minimiert werden. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, bezeichnete die Pläne als "große Chance", die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im Hochschulbereich zu stärken.
Parallel dazu soll das Hasso-Plattner-Institut (HPI) zum führenden europäischen Zentrum für Digitalwissenschaften ausgebaut werden. Mit Unterstützung der Hasso-Plattner-Stiftung entsteht in Potsdam ein neuer Campus, der die Kapazitäten des Instituts erweitert. Die Landesregierung treibt mit den schnelleren Berufungsverfahren diese Entwicklung voran, um dem HPI und anderen Hochschulen die Rekrutierung von Professoren zu erleichtern.
Das Gesetz überträgt den brandenburgischen Hochschulen die volle Entscheidungshoheit über Berufungen und Beförderungen. Durch kürzere Verfahren will das Land hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anziehen und die Studienplatzvergabe effizienter gestalten. Die Änderungen sollen im Rahmen der Vereinbarung von 2025 in Kraft treten und Brandenburg an die Spitze der deutschen Hochschullandschaft bringen.






