BP verkauft deutsche Raffinerie und kämpft mit Ölpreis-Schwankungen und Umstrukturierung
Charlotte RichterBP verkauft deutsche Raffinerie und kämpft mit Ölpreis-Schwankungen und Umstrukturierung
BP beschleunigt Umstrukturierung – Ölpreis steigt, Herausforderungen wachsen
BP treibt seine Umstrukturierung voran, während die Ölpreise klettern und die betrieblichen Herausforderungen zunehmen. Das Unternehmen hat seine Sparziele erhöht und verkauft wichtige Vermögenswerte – darunter eine große deutsche Raffinerie. Gleichzeitig haben sich die Spannungen in der Straße von Hormus verschärft und den Preis für Brent-Rohöl auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel getrieben.
Analysten beobachten diese Entwicklungen genau: Die HSBC hat nach der Bekanntgabe des Raffinerieverkaufs die Bewertung der BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft.
Die Umstrukturierungsmaßnahmen von BP begannen Anfang 2025, doch seitdem ist der Marktwert des Unternehmens um rund 18 Prozent gesunken. Die Marktkapitalisierung fiel von etwa 95 Milliarden auf 78 Milliarden US-Dollar bis März 2026. Zu den Gründen für den Rückgang zählen sinkende Ölpreise aufgrund von Überangebot, stärkerer Wettbewerb durch Erneuerbare-Energien-Unternehmen, strengere europäische Vorschriften für fossile Brennstoffe sowie Zweifel der Anleger an BPs zögerlichem Übergang zu grüner Energie.
Als Reaktion darauf hat BP sein Kostensenkungsziel für 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar erhöht – etwa 30 Prozent der Ausgaben von 2023. Zudem plant das Unternehmen bis 2027 Desinvestitionen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar, wobei bereits über 11 Milliarden gesichert sind. Ein zentraler Schritt ist der Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen verarbeitet, wird mit rund 1.800 Mitarbeitern an den neuen Eigentümer übergehen. Allein dieser Deal könnte BP von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten entlasten.
Auch der operative Druck nimmt zu: Nach gescheiterten Tarifverhandlungen wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der BP-Raffinerie in Whiting, Indiana, ausgesperrt. Die US-Regierung erteilte daraufhin eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung nach dem Jones Act, um Lieferkettenstörungen abzumildern. Gleichzeitig trieb die schwere Blockade in der Straße von Hormus den Brent-Preis auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel hoch.
Die HSBC hat kürzlich ihre Einschätzung zu BP revidiert und die Aktie von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft sowie das Kursziel angehoben. Die Anpassung folgt auf den Raffinerieverkauf und die umfassenderen Umstrukturierungsbemühungen.
Mit den Desinvestitionen und Sparmaßnahmen will BP seine Finanzen in einem volatilen Ölmarkt stabilisieren. Der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie verringert Verbindlichkeiten und überführt Mitarbeiter in neue Strukturen. Angesichts hoher Ölpreise und laufender Restrukturierung werden die nächsten Schritte des Unternehmens über die finanzielle Erholung und die langfristige Strategie entscheiden.






