Berliner Hochschulen kämpfen um Studienplätze und marode Gebäude vor der Wahl
Sebastian VoigtBerliner Hochschulen kämpfen um Studienplätze und marode Gebäude vor der Wahl
Berlins Hochschulen stehen vor schweren finanziellen Belastungen – bis zu 14 Prozent der Studienplätze könnten in den kommenden Jahren wegfallen. Die ehemalige Präsidentin der TU Berlin, Geraldine Rauch, warnt vor maroder Infrastruktur und steigenden Studiengebühren als zentrale Herausforderungen im Vorfeld der Landtagswahlen am 20. September.
Rauch schildert alarmierende Zustände an Berlins Hochschulen: In Hörsälen tropft es von undichten Decken, Eimer fangen das Wasser auf. Ganze Gebäude mussten wegen baulicher Mängel geschlossen werden, was die verbleibenden Einrichtungen zusätzlich unter Druck setzt.
Sie kritisiert die politischen Parteien scharf, weil diese sich zu wenig mit den Anliegen der Studierenden auseinandersetzten. Junge Wähler würden ignoriert, so Rauch. Gleichzeitig droht den Hochschulen ohne externe Unterstützung bald die Unfähigkeit, selbst grundlegende Betriebskosten zu decken. Sie fordert verlässliche langfristige Finanzierung, um weitere Kürzungen zu verhindern und eine stabile Lehrversorgung zu gewährleisten.
Doch es geht nicht nur um Geld: Rauch betont auch die dringende Notwendigkeit besserer Wohnraumpolitik für Studierende. Zudem verlangt sie echte Mitbestimmung der Studierenden in hochschulpolitischen Entscheidungen – statt bloßer Alibibeteiligung.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Studiengebühren weiter steigen und die Studierenden zusätzlich belasten. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen könnten Rauchs Forderungen nach mehr Finanzmitteln, Sanierungen und Reformen im studentischen Wohnungsbau die Debatten prägen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen den Berliner Hochschulen noch tiefere Kürzungen und eine weitere Verschlechterung der Bedingungen.






