10 May 2026, 14:33

Bangladeschs Textilindustrie kämpft um Überleben in der Energiekrise

Ein detailliertes Plakat mit einer Karte von Bangladesch, das Städte, Flüsse und geografische Merkmale hervorhebt, mit begleitendem Text zu Bevölkerung, Religion und Kultur.

Bangladeschs Textilindustrie kämpft um Überleben in der Energiekrise

Bangladeschs Textilindustrie steht unter schwerem Druck

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Die Textilbranche in Bangladesch leidet zunehmend unter den Folgen der globalen Energiekrise, die die Produktionskosten in die Höhe treibt und die Fertigung behindert. Das Land, das stark auf importierte Brennstoffe angewiesen ist, gibt mittlerweile Milliarden mehr für Subventionen aus, während Arbeiter:innen und Unternehmen ums Überleben kämpfen. Millionen von Existenzgrundlagen sind bedroht, da die Exporte – immerhin fast 39 Milliarden US-Dollar pro Jahr – bereits rückläufig sind.

Die Energieknappheit hat die Textilexporte bereits hart getroffen: Die Lieferungen nach Europa und in die USA gingen in den letzten Monaten um 5 bis 13 Prozent zurück. Fabriken arbeiten unter ihrer Kapazitätsgrenze, und die steigenden Spritpreise drücken die Gewinne in einer Branche, die rund vier Millionen Menschen beschäftigt – meist Frauen aus ländlichen Regionen.

Für Arbeiterinnen wie Mosammet Runa ist die Unsicherheit erdrückend. Sie fürchtet um die Zukunft ihrer Familie, falls sich die durch den Krieg verschärfte Energiekrise weiter zuspitzt. Millionen sind auf die Löhne aus der Textilindustrie angewiesen, um zu überleben. Unterdessen hat Tariqul Islam, ein 53-jähriger Vater von vier Kindern in Dhaka, massive Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Nach dem Niedergang seines Bekleidungsgeschäfts stieg er auf Fahrdienste mit seinem Motorrad um – doch nun verbringt er stundenlang Zeit in Schlangen an Tankstellen und hat noch weniger übrig, um seine Familie zu ernähren.

Die Regierung rechnet mit weiterem finanziellen Druck: Sollten die globalen Preise hoch bleiben, könnten im Zeitraum April bis Juni zusätzliche 1,07 Milliarden US-Dollar für Flüssiggas-Subventionen fällig werden. Die allgemeine Wirtschaftslage bleibt düster. Die Asiatische Entwicklungsbank prognostiziert für das Jahr 2026 ein Wachstum von 4,7 Prozent für Entwicklungsländer in Asien und dem Pazifik – bei einer Inflationsrate von 5,2 Prozent, die maßgeblich durch die Energiekrise angetrieben wird.

Bangladeschs Textilsektor, ein zentraler Pfeiler der Wirtschaft, steht vor noch größeren Verlusten, falls die Energiepreise weiter steigen. Mit sinkenden Exporten und Lohnkürzungen für die Beschäftigten droht sich die Krise zu einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Notlage auszuweiten. Die steigenden Subventionskosten belasten den Staatshaushalt zusätzlich und lassen kaum Spielraum für Entlastungen in absehbarer Zeit.

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