Australiens Sozialmedia-Verbot für Kinder zeigt überraschende Folgen nach zwei Jahren
Julian HartmannAustraliens Sozialmedia-Verbot für Kinder zeigt überraschende Folgen nach zwei Jahren
Australien führte im Dezember 2023 strenge Sozialmedia-Gesetze ein, um Kinder vor Schaden im Netz zu schützen. Das Verbot verhindert, dass unter 16-Jährige beliebte Plattformen nutzen – mit dem Ziel, Mobbing und manipulative Algorithmen einzudämmen. Nun, mehr als zwei Jahre später, zeichnet sich die Wirkung der Maßnahme deutlicher ab.
Durch die neuen Regeln wurden über fünf Millionen Accounts von Minderjährigen gelöscht. Doch trotz der Verschärfung fanden viele junge Nutzer Wege, die Beschränkungen zu umgehen. Schon nach einem Monat zeigte sich: Auf Plattformen wie Instagram und TikTok gab es keinen spürbaren Rückgang der Aktivität.
Die Meldungen über Cybermobbing stiegen nach Inkrafttreten des Verbots stark an. Im Januar 2026 verzeichnete man 26 Prozent mehr Vorfälle als im Vorjahresmonat. Besonders TikTok war von einer hohen Zahl solcher Fälle betroffen.
Behörden warfen Tech-Konzernen vor, die Altersgrenzen nicht ausreichend durchzusetzen. Unternehmen drohen nun Bußgelder von bis zu 33,9 Millionen US-Dollar, falls sie sich nicht an die Vorschriften halten. Unterdessen prüfen andere Länder – darunter Israel, Großbritannien, Norwegen und Neuseeland – Australiens Vorgehen als mögliche Vorlage für eigene Regelungen.
Zwar wechselten einige Nutzer vorübergehend zu Alternativ-Apps, doch die meisten kehrten zu den großen Plattformen zurück. Das Verbot konnte die langfristigen Nutzungsgewohnheiten junger Menschen kaum verändern.
Die Bilanz fällt gemischt aus: Millionen Accounts von Minderjährigen wurden zwar gelöscht, doch der Zugang zu den verbotenen Plattformen bleibt für Kinder möglich. Angesichts steigender Cybermobbing-Fälle und drohender Strafen drängt die Regierung auf eine strengere Umsetzung. Andere Staaten beobachten genau, ob sich das australische Modell auch anderswo bewähren könnte.






