Australiens internationale Studierende leiden unter massiver Lohnungerechtigkeit und Ausbeutung
Sebastian VoigtAustraliens internationale Studierende leiden unter massiver Lohnungerechtigkeit und Ausbeutung
Ein neuer Bericht zeigt, dass internationale Studierende in Australien flächendeckend mit Lohnunterschreitungen konfrontiert sind – mit geschätzten Verlusten von rund 61 Millionen Australian Dollar pro Woche. Die jährliche Lohnlücke beläuft sich auf etwa 3,18 Milliarden Australian Dollar, wobei viele Studierende unter strengen Visabestimmungen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen leiden. Arbeitgeber nutzen temporäre Visainhaber oft schamlos aus, während Betroffene kaum rechtliche Handhabe haben.
Laut der Studie verdienen zwei Drittel der Migrant:innen in Australien weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Besonders hart trifft es internationale Studierende: Jede:r Zweite geht davon aus, dass Kommiliton:innen unterbezahlt werden. Viele fühlen sich gezwungen, die erlaubten 48 Arbeitsstunden pro zwei Wochen zu überschreiten – bedingt durch unvorhersehbare Dienstpläne und die Drohung einer Visastreichung.
Arbeitgeber rechtfertigen niedrigere Löhne häufig mit der Annahme, internationale Studierende hätten geringere Englischkenntnisse oder eingeschränkte Fähigkeiten. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass eine Anhebung der Stundenzahl für Studierende kaum auf breite Unterstützung im Bildungssektor stoßen dürfte. Stattdessen fordert er eine Überprüfung, wie steigende Lebenshaltungskosten, Arbeitsbeschränkungen und Lohnbetrug diese Gruppe belasten.
Die Ergebnisse deuten auf eine systematische Ausbeutung hin: Unternehmen zahlen Visainhabern regelmäßig zu niedrige Löhne. Studierende akzeptieren unfaire Bezahlung oft aus purer Not – aus Angst vor finanzieller Instabilität oder Konsequenzen für ihren Aufenthaltsstatus.
Der Bericht appelliert an die Politik, die kumulativen Auswirkungen von hohen Lebenshaltungskosten, strengen Arbeitslimits und Lohnprellerei auf internationale Studierende zu bewerten. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich die Unterbezahlung voraussichtlich fortsetzen und Arbeitnehmer:innen jährlich Milliarden kosten. Die Empfehlungen zielen darauf ab, sowohl akute Lohnprobleme als auch langfristige Fragen der Visapolitik anzugehen.






