Antisemitische Gewalt eskaliert: London und New York im Ausnahmezustand
Charlotte RichterAntisemitische Gewalt eskaliert: London und New York im Ausnahmezustand
Antisemitische Vorfälle nehmen in Großstädten dramatisch zu – Angriffe sind längst bitterer Alltag. In New York und London richtet sich die jüngste Welle von Gewalt und Belästigungen gezielt gegen jüdische Gemeinden. Die feindselige Stimmung hat auch öffentliche Diskussionsräume erfasst, wo hetzerische Sprache zunehmend als Rechtfertigung für Diskriminierung dient.
In London erstach ein Attentäter in Golders Green zwei als Juden erkennbare Männer. Der Angriff folgte auf Wochen der Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen und Geschäfte. Unterdessen schüchterte in Manhattan eine pro-palästinensische, Hamas-nahe Gruppe Gäste eines jüdischen Restaurants ein, skandierte antisemitische Parolen und bedrohte die Besucher.
Bei einer Versammlung der Park Slope Food Co-op in Brooklyn behauptete ein Redner, das eigentliche Problem der USA sei "jüdischer Suprematismus". Die Aussage erntete Beifall vieler Anwesender. Der Begriff, eine neuere Erfindung antisemitischer Propaganda, unterstellt Juden fälschlich, nach weltweiter Vorherrschaft zu streben. Die ursprünglich als Debatte über ein Verbot israelischen Hummus geplante Veranstaltung artete in eine Hetze gegen Juden aus – selbst gegen solche, die sich nicht öffentlich von ihrer eigenen Gemeinschaft distanzieren.
In New York City werden antisemitische Hassverbrechen mittlerweile fast täglich registriert. Dennoch zögern Behörden möglicherweise, in den kommenden Jahren konsequent gegen diesen Trend vorzugehen.
Die Angriffe in London und New York zeigen ein besorgniserregendes Muster: Gewalt und verbale Übergriffe nehmen zu. Öffentliche Foren werden zunehmend missbraucht, um unter dem Deckmantel politischer Debatten antisemitische Verschwörungserzählungen zu verbreiten. Ohne entschlossenes Eingreifen droht die Lage sich weiter zuzuspitzen.






