08 May 2026, 00:40

"Alligator-Alcatraz": Umstrittenes Abschiebegefängnis in Floridas Everglades eröffnet

Eingang zu einem Gebäude mit Palmen, Pfählen, Flaggen und einem Logo, wahrscheinlich das Florida Department of Public Safety, vor einem Himmel-Hintergrund.

"Alligator-Alcatraz": Umstrittenes Abschiebegefängnis in Floridas Everglades eröffnet

Umstrittenes Abschiebegefängnis „Alligator-Alcatraz“ in den Florida-Everglades eröffnet

Im Juli 2025 nahm in den Florida-Everglades ein umstrittenes Abschiebegefängnis den Betrieb auf, das wegen seiner abgelegenen Lage und harten Bedingungen den Spitznamen „Alligator-Alcatraz“ erhielt. Die Einrichtung dient der Unterbringung von Migrant:innen, die auf ihre Abschiebung warten, und stößt bei Politiker:innen, Aktivist:innen und Umweltschutzgruppen auf massiven Widerstand. Gouverneur Ron DeSantis verteidigte das Zentrum als „vorübergehende Maßnahme“, die die öffentliche Sicherheit verbessere.

Das Gefängnis wurde im Einklang mit der Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump errichtet. DeSantis argumentierte, es mache Florida sicherer und rette Menschenleben. Zudem betonte er, der Bund werde die Betriebskosten erstatten. Gleichzeitig kündigte er an, die Anlage werde irgendwann geschlossen und das Gelände „in den ursprünglichen Zustand“ zurückversetzt – ohne dauerhafte Spuren in der Region zu hinterlassen.

Die Kritik an der Einrichtung ist breit gefächert. Die demokratische Kongressabgeordnete Debbie Wasserman Schultz forderte ihre sofortige Schließung, während Umweltverbände wie „Friends of the Everglades“ Klage einreichten. Sie werfen dem Bundesstaat vor, gegen Umweltschutzgesetze verstoßen und öffentliche Akten unter Verschluss gehalten zu haben. Jessica Namath von „Floridians for Public Lands“ verurteilte den Einsatz staatlicher Macht für den Bau des Gefängnisses und warnte vor einem „gefährlichen Präzedenzfall“.

Daten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (U.S. Immigration and Customs Enforcement) zeigen, dass zwei Drittel der Inhaftierten als „nicht vorbestraft“ eingestuft wurden. Mehr als die Hälfte galt als „keine Bedrohung für ICE“. Trotz der massiven Proteste wies das Heimatschutzministerium (DHS) Vorwürfe zurück, die Bundesregierung übe Druck zur Schließung aus. Beamte betonten, man prüfe regelmäßig den Bedarf an Haftplätzen und die Kostenerstattung, um die Ausgaben zu rechtfertigen.

Das Abschiebegefängnis bleibt vorerst in Betrieb, auch wenn DeSantis dessen spätere Schließung in Aussicht stellte. Das DHS bewertet weiterhin die Rolle der Einrichtung in der Migrationspolitik, während Gegner:innen auf juristische und ökologische Schritte drängen. Die Erstattung der Kosten für Florida wird noch geprüft.

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