05 May 2026, 02:08

76 Prozent der Deutschen befürworten Steuererhöhung für Topverdiener über 300.000 Euro

Alte detaillierte Karte von Polle, Deutschland, mit einem Fluss, Straße und Gebäude markiert.

76 Prozent der Deutschen befürworten Steuererhöhung für Topverdiener über 300.000 Euro

Ein geplanter Steueraufschlag für Spitzenverdiener stößt in Deutschland auf breite Zustimmung. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, befürworten 76 Prozent der Befragten, dass Personen mit einem Jahreseinkommen von über 300.000 Euro mehr Steuern zahlen sollten. Der Vorschlag hat unter Koalitionspolitikern Diskussionen über eine Neuausrichtung der Besteuerung von Topverdienern ausgelöst.

Die Idee findet bei fast allen politischen Lagern Rückhalt. Bei den Wählerinnen und Wählern der Grünen liegt die Zustimmung bei 95 Prozent, während 89 Prozent der SPD-Anhängerinnen und -Anhänger die Maßnahme ebenfalls unterstützen. Selbst im CDU/CSU-Lager halten 73 Prozent der Wähler den Steueraufschlag für gerechtfertigt. Nur 38 Prozent der AfD-Sympathisanten betrachten ihn als sinnvoll.

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Die Unterstützung beschränkt sich nicht auf Parteigrenzen: Der Plan stößt sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland auf breite Akzeptanz und wird in allen Einkommensschichten befürwortet. Bemerkenswert ist, dass selbst 74 Prozent der Haushalte mit einem Monatsnettoeinkommen von 4.000 Euro oder mehr die Erhöhung gutheißen. Die Ablehnung hält sich mit nur 22 Prozent in Grenzen, 2 Prozent sind unentschieden.

CSU-Chef Markus Söder hat jüngst seine Haltung zur Vermögensbesteuerung gelockert. Im ARD-Format Arena bezeichnete er eine Vermögenssteuer für seine Partei als „kein Tabu“. Gleichzeitig bekräftigte er jedoch seinen Plan, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen – eine Maßnahme, von der vor allem Besserverdiener profitieren würden. Die SPD hingegen setzt sich seit Langem für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes ein, was die CDU/CSU bisher blockiert hat.

Die Umfrageergebnisse erhöhen den Druck auf die Koalitionsspitzen, die Steuerpolitik für Topverdiener zu überdenken. Angesichts der starken überparteilichen und regionalen Unterstützung könnte der Vorschlag künftige haushaltspolitische Debatten prägen. In den aktuellen Gesprächen geht es nun darum, wie höhere Abgaben von Spitzenverdienern konkret umgesetzt werden können.

Quelle