100-Millionen-Betrug in Minnesota: 15 Angeklagte und ein toter Patient als Rechnungsempfänger
Julian Hartmann100-Millionen-Betrug in Minnesota: 15 Angeklagte und ein toter Patient als Rechnungsempfänger
Fünfzehn Personen wegen Betrugs an Minnesotas Medicaid-Programmen angeklagt – Schaden: über 100 Millionen Euro
Fünfzehn Beschuldigte müssen sich wegen des Diebstahls von mehr als 100 Millionen Euro aus den Medicaid-Programmen des US-Bundesstaats Minnesota verantworten. Die Betrüger hatten es vor allem auf das inzwischen eingestellte Programm Housing Stabilization Services (HSS) sowie auf medizinische Leistungen und Autismus-Therapien abgesehen. Die Behörden stufen einen der Fälle als den größten Autismus-Betrug in der Geschichte der US-Justiz ein.
Das Housing Stabilization Services-Programm entwickelte sich zu einem Hauptziel von Kriminellen, bevor Minnesota es im Oktober vergangenen Jahres abschaffte. Unter den Angeklagten befinden sich Deborah Hodges, Candice Langley und Cynthia Allen, alle aus Philadelphia. Allen soll das HSS-Programm 2021 als „lukrative Gelegenheit“ erkannt und sich daraufhin an den Machenschaften beteiligt haben.
Sharmaine Meadows wird beschuldigt, fast 4,5 Millionen Euro erschlichen zu haben, indem sie falsche Leistungsnachweise vorlegte. Muhammad Omar und Ibrahim Abdi wiederum sollen über ihre Firmen North Home Health Care LLC und South Home Health Care LLC rund 3,6 Millionen Euro unrechtmäßig kassiert haben. Ermittler deckten auf, dass sie Rechnungen für Leistungen stellten, die angeblich an eine Person erbracht worden waren – die jedoch bereits seit vier Monaten tot war.
Omars Versuch, der Verhaftung zu entgehen, endete spektakulär: Er sprang von einem Balkon im vierten Stock, wurde später aber gefasst und in Gewahrsam genommen. Die acht Beschuldigten im Zusammenhang mit dem HSS-Betrug sollen Leistungen vorgetäuscht und Gelder für private Zwecke abgezweigt haben.
Neben den Wohnhilfen waren auch medizinische Programme und Autismus-Therapien Ziel der Betrüger. Ein Fall gilt als der größte Autismus-Betrug, der jemals von Bundesstaatsanwälten verfolgt wurde.
Die Betrugsfälle führten zur Abschaffung des HSS-Programms in Minnesota und offenbarten gravierende Schwachstellen in der Verwaltung von Medicaid-Mitteln. Während fünfzehn Personen beschuldigt werden, Steuergelder veruntreut zu haben, laufen die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Schadensausmaßes weiter. Die Behörden arbeiten nun daran, die gestohlenen Gelder zurückzuholen und weitere Missbräuche in öffentlichen Gesundheitsprogrammen zu verhindern.






